Zur Milchstraße und Butterung des Milchmeeres

 

Beinahe noch wichtiger: die Naskapi nennen die Milchstraße "ghost trail or path" (p.65) oder "dead persons' path", wozu Speck vermerkt: "Mit der Vorstellung von der Milchstraße als "Geister Straße" und damit verbunden der Idee, daß die abgeschiedenen Seelen im Sternhimmel residieren, begegnen wir einer Kombination von Ideen, wie sie in der weit entfernten finnougrischen Mythologie überlieft sind.


Aber was für uns interessanter ist, die Milchstraße als Weg der Toten zwischen den Inkarnationen gehört zum feststehenden Bestandteil orphischer und pythagoräischer Lehre (cf. Hamlet's Mill 242 f.). Zuletzt breit geschildert hat diese Himmelsreise der Macrobius in seinem Kommentar zum "Traum des Scipio", den der Cicero in seiner Schrift über den Staat mitgeteilt hatte.

Die meisten Seelen aber, unvollkommen, wie sie sich haben, mühen sich nach dem Tode ab, durch die Planetenkugeln nach oben außen zu steigen, aber auch wenn sie es schaffen, bis zur Milchstraße vorzudringen, werden sie von dort wieder zurückbeordert und zu weiteren Inkarnationen verdonnert. Beim Macrobius kommen sie am nördlichen Kreuzweg von Milchstraße und Ekliptik in den Gemini wieder herunter er sagt Cancer in Honduras und Nicaragua zwischen Sagittarius und Scorpius, bei der "Mother Scorpion at the end of the Milky Way", welche die Babyseelen säugt.

Beim Macrobius und anderen kommen sie (die Seelen) am Kreuzweg von Milchstraße und Ekliptik in den Gemini wieder 'herunter', in Honduras und Nicaragua zwischen Sagittarius und Scorpius, bei der "Mother Scorpion at the end of the Milky Way, welche die Babyseelen säugt.

And it is in consequence of this that the sun, the moon, and their younger brethren, the stars of the year move correctly; together with the whetu-punga that lie in the Ika-o-te-rangi (the Fish-of-Heaven, or the Backbone-of-Heaven) in the 'Great-ridge-of-Heaven' (both names for the Milky Way)."

Von Mangaia aber erfahren wir daß die Totenseelen an 2 Plätzen im Norden und Süden der Insel sich zum Abmarsch, bzw. Sammeltransport ins Jenseits versammeln, und daß diese Sammeltransporte ausschließlich am Winter- und am Sommersolstitium stattfinden können.

Wenn Sie aber zwei Umstände berücksichtigen, sieht die Sachlage etwas besser aus: 1) halten sich auch in Polynesien die Totenseelen zwischen den Inkarnationen in der Milchstraße auf; 2) haben die Polynesier offenbar die Praecessionsuhr nicht abgestellt, im Unterschied zu uns, die wir die Tierkreisbilder durch die Tierkreiszeichen ersetzt und den Frühlingspunkt auf 1° Aries festgenagelt haben, obwohl er seit 2000 Jahren in den Pisces ist.
Für die Polynesier befinden sich also die Solstizpunkte in den Gemini und im Sagittarius, wo sich (krisenfest) die Schnittpunkte von Galaxie sind Ekliptik befinden: die Solstitien sind also der passende Termin zum Einstieg in die Milchstraße.
Daß die Galaxie mit dem Wai-ora-a-Tane zu schaffen hat, wird sich schwerlich. abstreiten lassen: Für die Identität mindestens eines Teiles der Milchstraße (im Zweifelsfall die Gegend zwischen Scorpius und Sagittarius) sprechen die Angaben über die Herkunft der Seelen. "To Hauora or Te-wai-ora-a-Tane comes the spirit of the child about to be born and from this heaven.

Der Haikönig Kukamaulunuiakea "was thereupon slain by Kaulu and its spirit flew up to heaven and it turned into the Milkyway as seen at Midnight from ancient time to the present day.

Die Galaxie, Straße, Leiter oder Fluß, die im Goldenen Weltalter "auf der Erde" stand, nämlich auf der gedachten Ebene durch die Jahrespunkte, erlaubte den friedlichen Verkehr von Himmlischen, Lebenden und Toten. Seit dem Ende des Goldenen Zeitalters dient die Milchstraße nur noch als Aufenthaltsort der Seelen zwischen den Inkarnationen.

Denn die Milchstraße, im Chinesischen der Himmelfluß genannt, le fleuve celeste, beginnt im Osten, zwischen den Asterismen Ki und Wi, und sie wird von den Chinesen für den generateur, den Erzeuger der irdischen Flüsse gehalten nicht nur von den Chinesen, notabene.

Indessen war der Michael Scotus ein überaus gelehrtes Haus, und er hat uns auch früher schon Hilfe-stellung geleistet, z.B. als er "quasi als Vorderteil der Argo" eine Schildkröte offerierte, aus welcher die Himmelsleier gemacht sei (Boll 447: "Testudo eius (navis) est prope prora navis et habet in se stellas parvas quatuor et multum obscuras, de qua testudine facta est lyra celi. Das Letztere stammt wieder aus den Germanicusscholien (p.84,1) ob das übrige ein Rest eines alten Sternbildes oder nur ein Mißverständnis und eine keck daran gehängte Erfindung des Scotus ist, mag dahingestellt bleiben". Und genau in nächster Nähe der Argo würde man jene Schildkröte ja auch suchen, auf deren Rücken das Amrtamanthana, das Buttern des Milchmeeres, ausgetragen wird.

Damit sind wir, beinahe unbemerkt, zum Stichwort Kerberos gekommen, denn darum dürfte es sich bei dem Hunde Herren Aimalaga podole der südamerikanischen Taulipang doch wohl handeln. Und da wir gerade in Amerika sind, bleiben wir auch noch ein Weilchen ebenda. Von den nordamerikanischen Cherokee, die zu den Irokesen zählen, läßt uns Stansbury Hagar wissen (Cherokee Star Lore, Festschrift Boas 362 f.):
"The Cherokee recognize two dog stars, Sirius and Antares . They guard opposite points of the sky, where the Milky Way touches the horizon . Bothe are never seen at the same time, but one or the other is always visible. The tradition is that souls, after the death of the body, cross a raging current on a narrow pole, from which those of the evil doers and cowardly fall off, and are swept to oblivion in the waters below. Those who succeed in crossing go eastward, and then westward to the Land of Twilight. They follow a trail until they reach a pass beyond which the trail forks. There they encounter a dog (gili) who must be fed, otherwise he will not permit the soul to pass. Having left him behind, the soul continues to follow the trail until it encounters another dog, who must also be propitiated with food. The unfortunate soul who is insufficiently provided with food for both dogs, having passed one, will be stopped by the other. The first will not permit him to return, and he will be held a prisoner forever between the two animals.

The trail which the souls follow is probably the Milky Way, generally known among the North American Indians as the 'Path of Souls', over which they pass from earth to the land of souls, though the Cherokee of today do not seem to use that narre for it. (welchen Namen benutzen Sie an Stelle dessen?? Where the dog ran!)
The pass would then refer to the points where the Milky Way touches the horizon. At both of these points it actually forks; and, according to a legend widely known among the Indians of the Southwest, one class of souls follows one fork, another class another. Beside these forks, as they alternately appear an the southern horizon, are located the two dog stars, Sirius and Antares. The Skidi Pawnee furnish a similar tradition, to the effect that souls, after death, are received by a star dwelling at the northern end of the Milky Way. He leads them northward across the earth to the point where the Milky Way touches the horizon, then places them upon it, warriors upon the dim and difficult arm, women and those who die of old age upon the brighter and easier path. The souls then journey southward. At the southern end of the celestial pathway they are received by the Spirit Star, and there they make their home (Dorsey: Trad.57).'

 

Die Cherokee nannten, wie Sie eigentlich inzwischen wissen sollten, die Galaxie "Wo der Hund rannte", wie nachzulesen in Hamlets Mill 249 und im Appendix 17,387 90.Und das kam so, gemäß James Mooney (259,443):
"Some people in the south had a corn mill, in which they pounded corn into meal, and several mornings when they came to fill it they noticed that some of the meal had been stolen during the night. They examined the ground and found the tracks of a dog, so the next night they watched, and when the dog came forth from the north and began to eat the meal out of the bowl they sprang out and whipped him. He ran off howling to his home in the north, with the meal dropping from his mouth as he ran, and leaving behind a white trail where now we see the Milky Way, which the Cherokee call to this day.... 'Where the dog ran'."

 

 

 

Zur Butterung des Milchmeeres

 


Der südliche Scheffel untersteht allen Deva, und da denkt man tunlichst daran, daß die Deva im Sagittarius standen, die Asura in den Gemini, als man anhob, das Milchmeer zu buttern.


Im Sagittarius befindet sich das Keltergerät, das mit "zwei Männern", sogar mit zwei Männerpaaren, geschrieben wird, nebst einer doppelköpfigen Schlange oder dem doppelköpfigen Horus; im Sagittarius beginnt die Butterung des Milchmeeres mittels der (neun-köpfigen) Drillschnur-Schlange Vasuki, deren Kopf im den Gemini von den Asura in ihre Richtung gezogen wird (von rechts nach links), während die Deva im Sagittarius an dem Schwanz ziehen und den Drillstab Mandara in die "richtige" Bewegung von links nach rechts versetzen. Aus dem Sagittarius wird der Soma entwendet (oder begibt sich der Haoma fort), und er "läuterte sich erstmals", als er fortgetragen wurde (9.77.2), während in Griechenland nicht der Wein aus dem pithos fortgetragen wird, sondern die Kentauren vertrieben werden. Wo das Keltergerät ist, Shesmu, dessen Augenbrauen die Wagebalken sind, da befinden sich offenbar die "Gebeine der Ältesten", die Shesmu dann zu allem Überfluß kocht, nachdem die Wagensterne das Feuer unter den Kesseln entzündet haben.

Noch auch nimmt es Wunder, dass Michael Scotus, sozusagen als Vorderteil der Argo, 'die ja nur ein Heck ist, eine Schildkröte anberaumt (Boll: sphaera 447): "Testudo eius (navis) est prope quasi prora navis et habet in se stellas parvas quatuor et multum obscuras, de qua testudine facta est Lyra celi." Eine Schildkröte muss nun einmal her, denn auf ihrem unbewegten Rücken findet das Amritamanthana statt, das Buttern des Milchmeeres behufs Gewinnung des Amrta, Ambrosia.

 

Zur Weltzeitalterlehre

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