Zur Venus

 

 


Anwärter auf Sirius ist zunächst einmal die Dame Tlazolteotl, die Schutzheilige der Ehebrecher, über die sich der protestantische Seler nicht weniger ereifert hat als der Jesuit Kugler über die babylonische Hure Ishtar (SSB 1,244); aber die Stammkunden kennen ja schon das Dilemma, daß man bei Ägyptern, Babyloniern und Indern nie genau weiß, ob Ishtar, Isis, Ushas den Sirius meinen oder die Venus in einer bestimmten Position; die unsittliche Ishtar der Babylonier erklärte Kugler mit Sicherheit für Sirius. Die Tlazolteotl gesellt sich den drei altweltlichen Damen hinzu, und in unserem Spezialfall wird man darum besonders unsicher, weil der Xolotl ein mindestens ebenso qualifizierter Anwärter auf die Identität mit Sirius ist wie die unartige Tlazolteotl. Nicht nur ist er ein Hund, er ist der Patron des Zeichens Olin und Herr des Ballspielplatzes, und daß Sirius den Mittel- und Drehpunkt des Universums bedeutet zu haben scheint, darüber wurde hier schon oft gesprochen. In solchem Falle wäre Tlazolteotl hier die Venus, und Quetzalcoatl wäre es nicht: ein schönes Dilemma. Komplizierend kommt hinzu, daß Tlazolteotl 1) Regent des 14.Tageszeichens ce olin/1 Bewegung ist (13. Woche), daß ihr 2) nachgesagt wird, sie hätte das Erschießen der Opfer mit Pfeilen eingeführt (Seler: Aubin 93), und Sirius ist nun einmal der Pfeilstern.

Bei den Burjaten haben die Pferde - also Haustiere - ihren Spezialherren und Beschützer, Solbon genannt, und das ist der Planet Venus (Holmberg, FFC 125,197 ff.)

… in Babylonien: "Venus (Morgenstern) hat einen Bart: das meint, sie steht in den Pleiaden, oder der Mars steht nahe bei ihr".

Meremere is the Maori name for the planet Venus, seen in the evening twilight."

Und dann setzte Tangaroa, von dem seit geraumer Weise nichts zu hören war, dem Atea den Venus- Abendstern als rechtes, Frieden bringendes Auge ein, Merkur aber als linkes und sagte dazu: "Let anger be kindled, let war rage upon the earth: thy left eye is Ta'ero, o Atea!

Vena, angeblich der Dichter von RV 9.85, ist Sohn von Bhrgu, Enkelkind von Dhruva, dem Polarstern. ... Tilak erklärte ihn für den Planeten Venus. Da Bhrgu, Vena's Vater, Venus ist, könnte es damit durchaus seine Richtigkeit haben.

Ebenso geflissentlich wird Scorpius verdrängt, und die Dame Ishtar, von der wir sehr wohl wissen, dass sie der Planet Venus ist, wenn nicht zur Abwechslung, bloß um die Dinge ein wenig komplizierter zu machen, Sirius gemeint ist.

Zu Venus/Merkur

Anders ausgedrückt: ein Trigon bildet Merkur als Morgenstern, das andere als Abendstern - das ist wirklich diphyes, und ich halte das für einen, wenn nicht den Grund für den hermaphroditischen Merkur; die Venus schießt ihr Morgenstern-Pentagramm in einem Zuge durch, das Abendsternpentagramm ditto, es weicht nur wenig ab. Das gibt keine Bisexualität - Sie können höchstens sagen, Pentagramm 1 sei männlich, Nr. 2 weiblich; in der Tat ist Venus als Morgenstern häufig, wenn nicht immer, männlich - darüber weiß man aber noch nicht genug. Die beiden Pentagramme ergeben jedenfalls nichts zusammen, keine Figur. Die 2 Trigone des Merkur aber geben zusammen das Hexagramm.
Und, so sagt Hinze:
"Für eine volle Umdrehung im Tierkreis benötigt das Hexagramm ziemlich genau zwanzig Jahre."
Die 20 Jahre des Merkur sind also eine "gestaltastronomische" Periode, ganz wie die 800 Jahre des Trigons der großen Konjunktion, die es braucht, um durch die 4 elementaren Triplizitäten zu wandern. "Um durch sämtliche Tierkreiszeichen hindurchzuwandern", sagt Hinze (203), "benötigt eine Spitze (des Konjunktionstrigon) 3 x 800 = 2400 Jahre".

 

 

 

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