Zu den Wagensternen

 

 

 


Luther: "jene sieben, welche sind des Herrn Augen, die alle Lande durchziehen", in der Vulgata: "septem isti oculi sunt Domini, qui discurrunt in universam terram", in der Septuaginta: "hepta houtoi ophthalmoi eisin hoi epiblepontes epi pasan tê gên", also die die ganze Erde überblicken, epiblepontes. Im Zweifelsfall sind die Wagensterne gemeint, und zwar in ihrer Eigenschaft als fixe Stellvertreter der sieben Planeten: jedem Planeten gehört nämlich ein Wagenstern.

1) Wie man den Himmel an einem neuen Polarstern aufhängt; solches besorgt man mit Hilfe der Wagensterne, durch welche während mehrerer Jahrtausende der Solstizkolur verlief; 2) indem man die Tiefe des Meeres mißt, d.h. die Verbindung zu Canopus herstellt, dem Stern alpha Carinae am Steuerruder der Argo nahe dem südlichen Ekliptikpol, genannt Eridu oder auch pi narati, der Zusammenfluß der Ströme, dem Zentrum des Apsu und dem Sitz aller Maße, sumerisch aller me. Um die letztere Maßnahme, und überhaupt um den Canopus in der Tiefe des Meeres wird im Mythos sehr viel mehr Geschrei gemacht als um das Aufhängen des Himmels, zumal dort unten auch die Herrscher abgelaufener Weltalter sich zur Ruhe setzen, um auf ihre, irgendwann einmal erfolgende "Wiederkehr" zu warten. Canopus, der Kutab Suhayl der Araber, repräsentiert den einzig ruhenden Pol in der Erscheinungen Fluß und den topos, wo die Zeit aufhört.

Hunrakan bedeutet schlicht 1-Bein (Hun = eins); er wird im Popol Vuh "Herz des Himmels" tituliert; gemeint sind die Wagensterne, alpha -eta Ursae maioris. (s.a. Mashketi bei den Ägyptern)

Nun wissen wir aber von diesem 1-Bein, daß es wirklich nur 1 Bein ist - wie Palmströms "es ist ein Knie, sonst nichts" -, und dass es stracks zurückzuführen ist auf ägyptisch Maskheti, den Stierschenkel, wiederum alpha-eta Ursae maioris, der auch im Gilgamesh Epos an wichtiger Stelle begegnet, in Zentralasien als abgeschnittener Hirschfuß.

Das 7.Buch des RV wird zugeschrieben dem Vasitha, das ist zeta Ursae maioris, das 5.Buch dem Atri, das ist delta, das 9.Buch dem Angiras, das ist epsilon. Als Wagensterne etabliert, aber als Einzelsterne noch nicht identifiziert, sind Visvamitra, der das dritte Buch soll verfasst haben, und Bharadvaja, dem das sechste Buch angelastet wird. Fünf von den zehn Büchern des RV wurden demnach von Wagensternen "verfasst"; die Hymnen 1.24-31 traten, gemäß Deutung der 'Berufenen' aus der Feder von Ursa minor ans Licht, die sogenannten Sunahsepa-Lieder, andere RV Hymnen stammen von Agastya, dem Canopus, und das Vishnu-Purana soll der Pulattya verfertigt haben, gamma Ursae maioris. Schließlich heißen ja die Wagensterne auch die Saptarshi, die sieben Rishis, und der Solstizkolur "the line of the seven Rishis", die Sieben-Weisen-Linie. Dauerkunden wissen, daß damit noch kein Blumentopf gewonnen ist, weil jedem Wagenstern ein Planet gehört, bzw. jedem Planeten ein Wagenstern, nicht etwa nur in Indien.

Mithin sind sämtliche Zaunpfähle, mit denen das sogenannte Epos winkt - es winkt aber garnicht, es fuchtelt aufgeregt - sorgfältig verdrängt worden, angefangen mit dem immer wieder expressis verbis als Himmels-Stier bezeichneten Ungetüm, Taurus, von dessen Keule oder Schenkel wir ja immerhin wissen, dass es sich um maskheti, den Stierschenkel handelt, den Großen Wagen, d.h. die Sterne alpha bis eta Ursae maioris bei den Ägyptern, aber eben keineswegs nur bei diesen; bei den Azteken ist es der abgebissene Fuß des Tezcatlipoca, bei den Uralaltaiern der abgeschlagene Fuß des Ur-Hirsches, den Gottes Sohn über die Milchstraße hetzte.

Ein paar Worte noch über den Tezcatlipoca: er ist ein Einbein und "sitzt" in den Wagensternen; gelegentlich einer Weltalterkrise hat ihm ein Alligator einen Fuß abgebissen - seither trägt er "an diesem Beinstumpf und an der Schläfe einen rauchenden Spiegel", von dem er auch seinen Namen hat (tezcatl=Spiegel, poca=rauchen).

... es würde auch nichts schaden den Tezcatlipoca mit einzubeziehen, dem ein Alligator, d.h. das Tageszeichen Cipactli, den Fuß abgebissen hat, wiederum die Wagensterne…

 

 

Zu den Pleiaden

ZURÜCK

Zum Portal