Zur Präzession

 

 

 


Mittels der Abbildung bereite ich Sie jetzt schon schonend darauf vor, daß ich das sog. Yin-Yang-"Symbol" für das gleiche halte wie das aztekische Zeichen Olin, das gemeinhin mit "Bewegung" übersetzt wird und das den Ballspielplatz darstellt, "von oben" gesehen, sozusagen.

Aber handelt es sich wirklich konstant um den gleichen "Himmel" und die gleiche "Erde"? Bleiben die Schnittpunkte von Himmel und Erde, Yang und Yin Schlange und Tausendfüßer, der Schenkel des Xi immer die gleichen, und sind die weitesten Abstände der beiden ortsfest? Das sind sie nicht. Die Schnittpunkte von Äquator und Ekliptik und dementsprechend die Punkte der größten Entfernungen zwischen Himmel und Erde, bewegen sich im Kreise wie alle anderen Zyklen das tun (Zyklus kommt schließlich von kyklos, Kreis). Zu einem ganzen Umlauf benötigt ein solcher Schnittpunkt, ein Äquinoktium, rund 26 000 Jahre: das heißt man die Präzession der Äquinoktien. Dieses Vorrücken der Tag- und Nachtgleichen - hervorgerufen durch die kreiselartige Drehung der Erdachse - bewirkt, daß an den vier entscheidenden Terminen des Jahres - den Äquinoktien, wo Yang und Yin sich die Wage halten, und den Solstitien, wo Himmel und Erde am weitesten auseinanderklaffen - daß an diesen vier Jahresterminen immer wieder andere Tierkreisbilder heliakisch aufgehen. Demnach wird eine "Erde" bestimmt und definiert durch die Konstellationen, die an den vier Jahresterminen heliakisch aufgehen, und darum sagen die Chinesen, Inder u.a., die Erde sei viereckig. Weil die Erde,- definiert durch die Konstel-lationen, die an den vier Jahrespunkten heliakisch aufgehen, weshalb man diese Konstellationen die 4 Himmelsstützen oder Weltsäulen nennt - weil also diese Erde dank der Präzession nach einer Weile nicht mehr "stimmt", da die vier Eckpfeiler nicht mehr pünktlich aufgehen, darum hören Sie im Mythos so viel von Kataklysmen, von Sintfluten und Weltbränden, - oder z.B. davon, daß die Zeitgenossen Noahs "vom Antlitz der Erde getilgt " werden sollten -, vom sogenannten 'Weltuntergang' und vom Kommen eines "neuen Himmels und einer neuen Erde". Das bedeutet: das himmlische Gradnetz muß korrigiert, das gesamte Universum neu vermessen werden. Auf solche Neuvermessung läuft jede sogenannte "Schöpfungsgeschichte" hinaus: Schöpfung = Vermessung. Zu dieser 'schöpferischen' Vermessung gehören das "Gründen der Erde", das meint die Vertäuung des Erdvierecks an 4 neuen , präzedierten, Säulen des Tierkreises, das "Messen der Tiefes des Meeres" ,das bedeutet das Festmachen der Erde am Canopus nahe dem südlichen Ekliptikpol, und das "Aufhängen des Himmels"; aufgehängt wird der Himmel mittels der Koluren an einem neuen Polarstern, also jeweils dem Stern, auf den die kreiselnde Erdachse zur gegebenen Zeit hindeutet; leider waren wirklich passende Polarsterne nicht jederzeit greifbar: wir haben Glück, alpha Ursae minoris sitzt beinahe perfekt dort, wo er sitzen soll.

Sie kennen die munteren Knaben genau, die Tindariden . Der sogenannte Donnergott hat überall Zwillingsbuben; genauer gesagt, einer der Zwillinge ist vom Donnergott, der andere stammt von einem sterblichen Vater, ob Zebedaus oder Tyndareos; wenn während der vielberedeten Götterdämmerung, d.i. Ragnarökr, Asgard zerstört wird, und eine neue Erde auftaucht, finden sich dorten Magni und Modi (s.I.) ein, nebst Mjölnir, die hoffnungsvollen Sprösslinge des im Kampf mit der Mitgardschlange gefallenen Tor. Die Dänen wussten das: Zebedei-Steine. (Die Finnen haben mit nonchalanter Sicherheit die Nephilim (s.I.) aus der Genesis 6 mit Kalevanpoika, Söhne des Kaleva übersetzt.) Die südamerikanischen Indianer waren auch "ganz im Bilde"; vor den Augen der verblüfften Missionare schalteten sie spornstreichs von ihren einheimischen Donnerzwillingen um auf St. Jakob und St. Johann, und tauften Städte entsprechend Santiago. Müssen wir eigentlich wirklich alsfort von 'Donner' reden? Bloß weil die schriftgelehrten Zünfte nichts von Planeten verstehen? Zeus und Jupiter, und Marduk, und Baal, und Indra und Thor, und Maui sind der Planet Jupiter, und sie sind niemals etwas anderes gewesen. Platon sagt so, und Aristoteles, und Chairemon (s.I.), und Sanchuniathon (s.I.) und wieviele mehr.....tote Fliegen. Götter sind Planeten, und Fixsterne, Dekane und, horribile dictu, Koluren - und ihrer alle bleiben nicht an einem Standort stehen, sondern ziehen ihrer Bahnen nicht nur, vielmehr unterliegen sie insgesamt jener hässlichen Einrichtung der Präzession der Equinoktien, die, laut Schriftgelehrten, männiglich vor Hipparch verborgen geblieben ist - weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

 

 

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