Kritische Anmerkungen zu heutiger Lehrmeinung

 

 

 

 

 


… denn diese sind noch die Überreste der Anhänger der ssabischen Religion, welche ehemals den ganzen Erdkreis erfüllte" (452), welche behauptete, "daß es außer den Sternen keinen Gott gäbe." Lange vorher hatte Philon von Alexandria. (De Abramo 15, §69, s. Jeremias, s Sternbilder 1433) über die Chaldäer gewettert, die sich am meisten mit Astronomie beschäftigt hätten und "den Kosmos für die Gottheit selbst" hielten, "indem sie in unfrommer Weise das Geschaffene dem Schöpfer gleichsetzten."

Im Mittelalter war es also wenigstens den Erodierten noch geläufig, daß Nichtoffenbarungsreligion = Astralreligion, und daß allen "Heiden" die im Grunde gleiche "Religion" eignete, daß alle von den gleichen "Göttern" redeten. Diese vor Jahrhunderten noch geläufige Erkenntnis ist in gründliche Vergessenheit geraten. Unsere heutigen Philologoi wundern sich auch nicht über den Umstand, daß reisende Griechen und Römer in fremden Ländern binnen kurzem die jeweils gebräuchlichen Namen ihrer eigenen Götter herausfanden: den Hermes nennen sie Mercurius, bzw. Thot, bzw. Nebo etc., den Zeus aber Jupiter, bzw. Ammon, bzw. Baal; meist nennt man die 'barbarischen' Gottheiten straightaway bei griech. oder röm. Namen, den Odin/Wotan haben die Römer nie anders als Mercurius geheißen.

Alle gegenteiligen Bekundungen antiker Autoren werden in den Wind geschlagen. Wenn Aristoteles feststellt, die Götter seien für die alten Vorväter die Planeten gewesen, so kontert der Aristotelespabst Ross: "This is not historically true"; Platons diesbezügliche Äußerungen werden mit Stillschweigen übergangen, Chairemons Zeugnis über die Religion der Ägypter keiner Kommentierung für wert erachtet: my mind is made up, dont confuse me with facts. Ich habe Ihnen einige der wichtigster Textstellen aus Platon und Aristoteles, und den Bericht über Chairemon mitgebracht, auf daß Sie sich mit eigenen Augen überzeugen können, daß ich hier nichts behaupte, was nicht jeder andere wissen könnte, wenn er nur Ohren und Augen aufsperrte.

Es hat immer wieder abendländische Scholaren gegeben, die halbwegs Bescheid wussten oder wenigstens ahnten, worauf es ankam; ich habe mir eine ganze Kollektion solcher Äußerungen zugelegt und bringe ihnen Minima zu Gehör. 1791, sozusagen bei Ausbruch des Fortschrittswahns, konstatierte noch der alte Charles Dupuis: "La mythologie est l' ouvrage de la science; la science seule l'expliquera."
Higgins in seiner "Anacalypsis" (etwa 1837, Nachdruck 1927 1,55) befindet: "We shall never have an ancient history worthy of the perusal of man of common sense, till we cease treating poems as history, and send back such personages as Hercules, Theseus, Bacchus etc., to the heavens, whence their history is taken, and whence they never descended to the earth". Marsham (Chronicus Canon p.9, 1672) wusste noch oder schon: "immensa Aegyptiorum chronologia astronomica est neque res gestas sed motus coelestes designat".
In unserem Jahrhundert befand Picard in seinem Manuel des études grecques et latines (bei Cattin, Festschrift L.Herman 241): "parmi toutes les sciences, l'astronomie est la plus nécessaire pour comprendre les auteurs anciens et spécialement les poètes", und Ludendorff in seinen Untersuchungen zur Astronomie der Maya (10,85): "Meines Erachtens ist es nicht zulässig, mit vorgefassten Meinungen über das, was die Maya gewußt und gekonnt haben und was nicht, an diese Probleme heranzutreten. Wir müssen vielmehr unsere Vorstellungen formen nach dem Befunde, den uns die Kodizes und die Inschriften liefern."

Mit der Erkenntnis, Götter seien Sterne (s.a. Schol.P zu Bd.9.4 bei Buffière 472 n.31; vgl. a. Reitzenstein: Poimandres 70 n.2) ist uns noch nicht viel geholfen, selbst dann nicht, wenn wir endgültig davon Abschied nehmen "Religion" im Schilde zu führen und uns daran gewöhnen, daß "Heidentum" so etwas wie "angewandte Astronomie" bedeutet.

Wenn Sie sich des Verbums "glauben" entledigt haben, und es regelmäßig durch "formulieren" oder "definieren" ersetzen, so bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass Sie begriffen haben, dass der Mythos die Fachsprache ist, die die Kosmologen geprägt haben, um die Bewegungen der himmlischen Uhr er-zählen zu können; einer Uhr, die allerdings wesentlich komplizierter war als unsere heutigen, denn sie hatte 7 Zeiger, die Planeten - während wir uns auf zwei beschränken, die Sonne und Mond, spielen, der kleine Sonne, der große Mond - und ihr Zifferblatt war nicht fix wie unseres, sondern bewegte sich langsam aber sicher im Sinne der Praecession.

Vis á vis von so viel kompetentem Verständnis dürfte es niemanden mehr wunder nehmen, dass Weltalter das Herzensanliegen volkstümlicher Phantasie, und allenthalben voneinander unabhängig als Schwammerln-ähnliche Elementargedanken aus dem fruchtbaren Waldboden schossen. Aus welchem? Dem magischen Fekunditätsrummel? Waren's edle Wilde, Unkas der Letzte der Mohikaner, oder haben sich wilde Kannibalen elementar fortschrittlich verhalten, und sich an Weltperioden moralisch emporgerankt wie der Fisch, bekehrt vom Heiligen Anton? Bei diesem Emporranken kamen sie denn alle spontan auf die Idee, dass Götter sterben, dass sie als Mumien auf dem Meeresboden herumstehen oder sitzen, dass sie entrückt werden, zuvor aber versprechen, dereinst wieder zukehren. Elementary, my dear Watson!

Dass Fixsterne (und dann auch jeder Grad des Zodiak) einen planetarischen "Charakter" haben, findet sich ja noch höchst lebendig in Ptolemaios Tetrabiblos und bei allen späteren Astrologen, im Liber Hermetis Trismegisti usw.usf. Aber weil Planeten nicht in die Schublade "Mythologie und Religion" gehören sollen, begnügt man sich mit der schlichten Erwähnung, bzw. nur der Erwägung des Tierkreisbildes Gemini, wenn vom Gilgamesh Epos die Rede ist oder von Genesis 49.

Aber bei dem Göttergesindel muss man sich eben auf alles gefasst machen. Schön und gut - aber was sind eigentlich "Götter"? Warum können unterschiedliche Völker und Kulturen die Götter der anderen identifizieren? Nicht nur die Griechen und Römer die Gottheiten der Ägypter, Chaldäer, Kelten usf. Weil sie alle der elementargedanklichen Volksphantasie entsprungen sind, dank der similarity of the working of the human mind?
Ein winziges, erheiterndes Detail: Seitdem die Dänen zu Christen bekehrt wurden, nennt man dorten die Donnersteine "Zebedei-Steine" und ähnlich. Die Söhne Zebedei, Jakobus und Johannes, kennen Sie, oder auch nicht, als Jünger. Im Markus-Evangelium 3.7 verteilt Christus neue Namen - von welchem Motiv später mehr. 3. 16 gab er Simon den Namen Petrus. 3.17 lautet: Und Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus; und gab ihnen den Namen Bnehargem (s.I.), das ist gesagt: Donnerskinder.
So heißt's bei Luther.Im Englischen liest sich die Transkription meistens Boanerges, Boan oder Bne, Arabisch Ben, sind die Söhne - die Söhne des Donners. Spielen Sie nicht Frosch! Sie kennen die munteren Knaben genau, die Tindariden. (Die Tyndariden: mit diesem Namen werden von den Dichtern Castor und Pollux belegt; besonders auch in so fern sie damit das Gestirn der Zwillinge im Thierkreise bezeichnen. Aus: Brockhaus Conversations-Lexikon, 1809) Der sogenannte Donnergott hat überall Zwillingsbuben; genauer gesagt, einer der Zwillinge ist vom Donnergott, der andere stammt von einem sterblichen Vater, ob Zebedaus oder Tyndareos; wenn während der vielberedeten Götterdämmerung, d.i. Ragnarökr, Asgard zerstört wird, und eine neue Erde auftaucht, finden sich dorten Magni und Modi (s.I.) ein, nebst Mjölnir, die hoffnungsvollen Sprösslinge des im Kampf mit der Mitgardschlange gefallenen Tor. Die Dänen wussten das: Zebedei-Steine. (Die Finnen haben mit nonchalanter Sicherheit die Nephilim (s.I.) aus der Genesis 6 mit Kalevanpoika, Söhne des Kaleva übersetzt.) Die südamerikanischen Indianer waren auch "ganz im Bilde"; vor den Augen der verblüfften Missionare schalteten sie spornstreichs von ihren einheimischen Donnerzwillingen um auf St.Jakob und St.Johann, und tauften Städte entsprechend Santiago. Müssen wir eigentlich wirklich alsfort von 'Donner' reden? Bloß weil die schriftgelehrten Zünfte nichts von Planeten verstehen? Zeus und Jupiter, und Marduk, und Baal, und Indra und Thor, und Maui sind der Planet Jupiter, und sie sind niemals etwas anderes gewesen. Platon sagt so, und Aristoteles, und Chairemon (s.I.), und Sanchuniathon (s.I.) und wieviele mehr.....tote Fliegen. Götter sind Planeten, und Fixsterne, Dekane und, horribile dictu, Koluren - und ihrer alle bleiben nicht an einem Standort stehen, sondern ziehen ihrer Bahnen nicht nur, vielmehr unterliegen sie insgesamt jener hässlichen Einrichtung der Präzession der Equinoktien, die, laut Schriftgelehrten, männiglich vor Hipparch verborgen geblieben ist - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Palmström ist aber trotzdem an der Straßenbeuge, und von einem Kraftfahrzeuge überfahren worden, und die Weltalterlehre erzählt die Präcession, obgleich die schriftgelehrte Zunft mit Gesetzeskraft verkündet, solches dürfe nicht sein.

Ehe man an die "Göttlichkeit der Planeten " glaubt, muß man sie zum ersten ausfindig gemacht haben, zum zweiten ihre Umlaufsbahnen berechnet, d.h. ihre Perioden erkannt haben andernfalls bestünde nicht der bescheidenste Anlaß dazu, an die Göttlichkeit von wandernden Punkten zu "glauben". Sie merken selbst, in welche Teufelsküche man kommt, wenn man seine Sprache nicht an die Kandare nimmt. Wenn endlich verboten würde, im Bezug auf vorchristliche Verhältnisse mit dem Verbum "glauben" herumzuwirtschaften., d.h. wenn männiglich sich angewöhnen wollte, das "glauben" durch "definieren" oder "formulieren" zu ersetzen, wäre schon viel gewonnen. Göttlich ist, per definitionem, was sich auf Kreisbahnen bewegt - jedenfalls seit dem 'Ausbruch' der Hochkultur und bis zum Hereinbrechen gnostischer Offenbarungsreligionen. Ob schon jungpaläolithische Pfiffikusse alle 'klassischen' Planeten gefunden haben, ist vorderhand nicht zu entscheiden; manches spricht dafür; bei Venus, Jupiter und Mars wäre das relativ einfach gewesen, bei Saturn schon schwerer, und beim Merkur am schwersten. Noch weniger zu entscheiden ist, ob besagte jungpaläolithische masterminds sich viel um deren Umlaufsperioden geschiert haben, selbst wenn sie sie gekannt haben sollten, wir wissen noch viel zu wenig. Meiner, natürlich unbeweisbaren, Ansicht nach, die ich Ihnen schon anfangs mitgeteilt hatte, trifft der terminus "Neolithische Revolution" nicht den Kern, und man sollte besser von einem Ausbruch der Mathematik" sprechen. Denn, sehen Sie, selbst wenn unsere Jungpaläoithiker genau gewusst hätten, daß der Saturn etwa 30 Jahre unterwegs ist, der Jupiter etwa 12 usf., so spricht doch vorderhand (!!) nichts dafür, daß ihnen dieses eventuell vorhandene Wissen etwas 'gesagt' hätte, daß sie aus den ihnen bekannten Periodenzahlen auf ein Zahlenskelett geschlossen hätten, das hinter allen begegnenden Phaenomenen stecken müsste, sodaß sich mittels der Zahl die Welt begreifen lassen könnte. Aber dann kam plötzlich ein Proto-Pythagoras, der davon ausging, daß die ermittelten Umlaufszeiten "Sinn" machen müssten. Ich erinnere daran, daß man in der Antike über den Hergang der Dinge noch Bescheid wusste, daß Platon feststellte (s.o. S.27), die Himmelsbeobachtung "hat die Zahl gezeitigt und zu dem Begriff der Zeit geführt und zur Untersuchung der Natur des Ganzen", daß er die Planeten als Instrumente der Zeit bezeichnete, und die Zeit als das "nach der Vielheit der Zahl bewegte Abbild der Ewigkeit". Kurzum, die archaische Religion, die in unserem Sinne keine war, sondern reine Kosmologie, ist das Resultat der Astronomie und niemals nicht deren Ursache.

Wie aber steht es mit der Astrologie, die da zum "Zweck" der Astronomie erklärt wird? Und für deren Ins-Leben-Treten als Grund angegeben wird: "Weil man die Sterne für mächtige Götter hielt, hat man angenommen, daß sie unser Schicksal entscheidend beeinflussen." Die Fragen a) was Götter seien, b) was 'Schicksal' eigentlich bedeute, c) wie es um die Grundkonzeption der Astrologie bestellt sei, bleiben ungestellt, denn Sinn-Fragen gelten heutzutage beinahe als unsittlich. Über Götter wurde zwar lange noch nicht genug, aber im Moment Hinlängliches gesagt: sie bewegen sich auf Kreisbahnen, sie "offenbaren" die Zahl, und da ho theos aei geometrei, da Gott fortwährend zählt und mißt, "erzählen die Himmel die Ehre Gottes, und die Feste (Fixsternkugel) verkündet das Werk seiner Hände." Was das hart srapazierte Wort "Schicksal" anlangt, das die "mächtigen Götter" angeblich "entscheidend beeinflussen": sie beeinflussen nicht, sie sind es. Wenn Sie nur ein wenig konzentriert nachdenken, werden Sie ganz von alleine auf das Faktum kommen, daß die schiere Konzeption eines vorherwißbaren Schicksals mit unilinearer Zeit unvereinbar, vielmehr eine Funktion der zyklischen Zeit ist, also der Zeit, die von den organa chronou hervorgebracht wird. So sind denn auch jene viel zitierten Moiren, die griechischen "Schicksalsgöttinnen", die 360 Grade des Kreises, und wenn es mit rechten Dingen zuginge, dürfte das Wort Schicksal heute garnicht mehr benutzt werden.
Der archaischen Astrologie - nicht etwa dem, jeden Sinnes beraubten Zerrbild, das die hellenistische Horoskop-Astrologie darstellt, geschweige denn unserer Illustrierten-Horoskope - der alten Astrologie also lag eine Weltkonzeption zugrunde, die uns Platon Venerabilis in seinem Timaios aufbewahrt hat, und ohne diesen im Timaios konservierten Schlüssel-Mythos bleibt gleichwelche alte Kosmologie undurchsichtig. Die Quintessenz: aus unordentlich und ohne Takt bewegter Materie konstruiert der Demi-urg Fixsternhimmel und Ekliptik, ordnet die Planetenbahnen in harmonischen Intervallen schafft Seelen in gleicher Anzahl wie die Fixsterne. Er setzte jede Seele auf den ihr zugehörigen Fixstern und gab die Spielregeln bekannt: wer sich seiner ersten Inkarnation vernunftgemäß aufführe - und das wird so ausgedrückt: wer sich dem Fixsternhimmel in sich selbst gemäß verhalte - der dürfe sogleich zu seinem angestammten Stern zurückkehren, alle aber, die es mit ekliptikaler Unregelmäßigkeit halten, sich also unverständig aufführen, werden von einer Inkarnation in die andere fallen - es steht natürlich jedem frei, auch in der ungünstigsten Inkarnation sich musterhaft zu betragen -, bis alle Planeten an ihren Ausgangspunkt im Tierkreis zurückgekehrt sein werden. Alsdann verpflanzt der Demiurg diese Ahnenseelen von ihren Fixsternen fort auf die diesen, den Fixsternen "entsprechenden" Instrumente der Zeit, die Planeten - das sind die planetarischen 'Vertreter' der Fixsterne der babylonischen Astronomie -, lässt die Zeitmaschine anlaufen und zieht sich zurück. Alles Weitere überlässt er den sichtbar kreisenden Göttern. Auf daß Sie nicht wähnen, jeder Individualseele eigne ein Fixstern: die Fixsternseele gehört sämtlichen Nachfahren des Urahnen, der dazumal auf ihm saß, als die Gesetze verkündet wurden, unsere Individualseelen sind nur "Portionen" der einen Urahnenseele, die in vielen Kulturprovinzen "Totem" und dergleichen genannt wird.

Das System ist viel zu kompliziert, als daß es in unserem Zusammenhang detailliert besprochen werden könnte. Sie müssen es mir schon abnehmen, daß es im gesamten Hochkulturgürtel gegolten hat*; daß es sich 1) von Ägypten bis Yucatan darum handelt, daß die Individualseele, also ein Portiönchen des "Totemvorfahren", nach dem Tode versucht, durch die Planetensphären hindurch zum Seelenfixstern zu gelangen, daß 2) bei diesem, im Vorhinein wenig aussichtsreichen Versuch alle Seelen in der Milchstraße landen, wo sie sich bis zur nächsten Inkarnation aufhalten - wobei der 'Abstieg' zuweilen beim nördlichen Schnittpunkt von Ekliptik und Milchstraße zwischen Taurus und Gemini stattfindet, zuweilen am südlichen Schnittpunkt zwischen Sagittarius und Scorpius - und daß man 3) vom Ende eines Großen Jahres, oder vom "Ende der Welt" die generelle "Heimkehr" aller Seelen-Portionen erwartet. Davon abgesehen, daß Sie nur anhand dieses Schlüssel-Mythos verstehen können, warum man unartigen Gören auch heute noch droht, sie kämen nicht "in den Himmel": er kann Ihnen begreiflich machen, was an der hellenistischen und mittelalterlichen Astrologie so läppisch und verkehrt ist, daß sie nämlich ein Horoskop für ein Leben stellt, das nichts über das Schicksal der Seele nach dem Tode aussagt und nichts über ihre Herkunft. In der indischen Astrologie z.B. beim Varahamihira (+6.Jh.), werden noch Angaben über die Herkunft der ungeborenen Seele und deren Verbleib nach dem Tode gemacht. Die "Prosopa" der Dekane des 6. und 8.Hauses künden an, in welche Region eines Planeten oder des Himmels der Tote eingeht" (Gundel: Dekane 316). Die geradezu phantastische Bedeutung, die die alte Astrologie gehabt hat, bleibt rundherum unverständlich, solange man das Schema von den Fixsternseelen, den "ihnen entsprechenden" Planeten und das "Rad der Wiedergeburten" unberücksichtigt läßt.

 

 

Astronomy meets Mythology

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